Donnerstag, 29. März 2018

Die Henkel von Donnersmark Juwelen



Heute schauen wir uns die österreichisch-deutsche Familie Henkel von Donnersmark an.

Der Stammvater der Familie wird zum ersten mal im 14/15 Jahrhundert erwähnt; Henckel de Quintoforo aus Donnersmark, der heutigen Slowakai.

Der deutsche und ungarische König Sisgismund von Luxemburg verlieh der Familie, sprich den Brüdern Peter, Jakob und Nikolaus am 01.08.1417 in Konstanz ein Wappen.




Von diesem Zeitpunkt an begann die Erfolgsgeschichte der Familie.

Sie wurden Händler und erwarben Weingüter und Ländereien.
1603 beteiligten sie sich sogar an einem Kupferbergwerk und im Jahr 1623, kurz vor seinem Tod, verpfändete Kaiser Ferdinand II. die schlesischen Herrschaften Beuthen, Oderberg und Neudeck an die Familie.

1626 erwarben sie die Herrschaften ganz, sowie viele weitere Ortschaften in Ober und Niederschlesien.

1636 wurde die Familie in Regensburg von Kaiser Ferdinand II. zu erbländischen Freiherren und Reichsfreiherren mit dem Namen Henckel von Donnersmark auf Gfell und Wesendord.

1651 wurde Lazarus II. von Erzherzog Ferdinand Karl in den erbländisch-österreichischen Grafenstand und 1661 von Kaiser Leopold I. in Wien zum böhmischen Grafen erhoben.

Graf Carl Lazarus aus Neudeck (1772-1864) betrieb Steinkohlebergbau und Eisen- und Zinkhütten, sowie Walzwerke.

Inwieweit bis hier die Familie Juwelen besaß ist leider nicht bekannt.

Erst durch Guido, Sohn von Graf Carl Lazarus kamen prächtige Stücke in die Familie.


Guido als junger Mann
Guido Henckel von Donnersmark (*10.08.1830 in Breslau; + 19.12.1916 in Berlin) eigentlich Guido Georg Friedrich Erdmann Heinrich Adelbert Graf Henckel Fürst von Donnersmarck war der Erbe der Henckel von Donnersmark. 1901 wurde ihm vom deutschen Kaiser Willhelm II. den preußischen Fürstentitel Graf Henckel, Fürst von Donnersmark verliehen.

Er war ein bedeutender Industrielle und einer der reichsten Männer seiner Zeit.
Er übernahm die zuvor verpachteten Unternehmen in Eigenregie und weitete sie durch Gründung von Aktiengesellschaften erheblich aus.

Er besaß 27.500 ha Land und war 1913 mit einem geschätzen Vermögen von 254 Millionen Mark die zweitreichste Person in Preußen nach Gustav Krupp von Bohlen und Halbach.

Im Mai 1916 errichtete er die Fürst Dönnersmark Stiftung.

Auch gehörte der Familie seit 1623 das Schloss Neudeck.


Das alte Schloß Neudeck




Das neue Schloß Neudeck
Es war eins der prächtigsten des deutschen Reiches und wurde im Volksmund "Klein Versailles" genannt.

1945 wurde es leider von der Roten Armee in Brand gesteckt und im August 1961 abgetragen.

Heute besteht die Anlage aus dem Schloßpark, dem Kavalierpalast, der Grabkapelle der Donnersmark sowie einigen Wirtschaftsgebäuden und Denkmäler.


Grab der Familie Donnersmark
Guido lebte von Anfang an auf großem Fuß.

Das alte Schloß war ihm wohl zu klein und so ließ er ab dem Jahr 1868-1875 das neue Schloß Neudeck bauen.

Auch so hatte er einen aufwendigen Lebenswandel und als er seine erste Frau kennen lernte und heiratete überhäufte er sie mit den schönsten Juwelen.

Seine 1. Frau war Esther Lachmann.




Geboren am 07.05.1819 in Moskau;gestorben 21.01.1884 auf Schloß Neudeck, war eine Pariser Kurtisane des 19. Jahrhundert.

Sie war das Kind armer polnischer Juden im Moskauer Ghetto.

1836 heiratete sie den Schneider Antoine Villoing mit dem sie einen sohn hatte.

Allerdings entfloh sie dieser Ehe und ließ sich in den armenviertel von Paris im 4. Arrondissement nieder wo sie sich den Namen Therese gab und nach wohlhabenen Verehrern zu suchen.

Sie ging eine Lieesbeziehung mit dem Komponisten und Klavierbau-Unternehmer Henri Herz ein.



Durch ihn hatte sie Zugang zu Künstlerkreisen.

Vermutlich, aber nicht gewiss, haben sie in London geheiratet, obwohl sie nie von ihrem 1. Mann geschiedenen wurde und hatte eine Tochter mit ihm; Henriette (ca. 1847-1859), die von Herzs Eltern aufgezogen wurde.

Durch ihre hohen Anforderungen, im geldlichen Sinn, da sie sich mit einflussreichen Personen wie z.B. Richard Wagner umgab, trieb sie ihren Mann fast in den Ruin.
Dieser versuchte in Amerika mehr Geld zu verdienen damit sie ihren aufwendigen Lebensstil fortsetzen konnte. Doch die Familie Herz machte damit Schluß in dem sie sie vor die Tür setzte.

Lachmann zog nun durch London und ließ sich dort von reichen und einflußreichen Adeligen aushalten.

Dann lernte sie in Baden Baden den portugisischen Marquis Albino Francesco de Paiva-Araujo kennen.

Zwei Jahre nach dem Tod ihres 1. Ehemannes heirateten die beiden am 05.07.1851 in einer Kirche in Paris.



Am Tag nach der Hochzeit jedoch, nach den Memoiren von Graf Horace de Viel-Castel, gab die neue Madame de Païva ihrem Ehemann einen Brief, der die Ehe beendete. "Sie haben das Objekt Ihrer Begierde erhalten und es geschafft, mich zu Ihrer Frau zu machen", schrieb sie. "Ich andererseits habe Ihren Namen erworben, und wir können aufhören zu weinen. Ich habe meinen Teil ehrlich und ohne Verkleidung getan, und die Position, die ich angestrebt habe, habe ich gewonnen; aber was Sie, Mons de Paiva, betrifft Sie sind mit einer Ehefrau von schlechtestem Ruf gesattelt, die Sie keiner Gesellschaft vorstellen können, denn niemand wird sie empfangen. Lasst uns trennen, geht zurück in euer Land, ich habe euren Namen und bleibe, wo ich bin."
Die Ehe wurde 1871 annulliert.

Jetzt war Evely Lachman also eine Gräfin und machte nun ihre größte Eroberung.

Den reichen Industriellen Guido Henckel von Donnersmark, Cousin des Reichskanzlers Otto von Bismark.

Er war so vernarrt in die 11 Jähre ältere Frau das er alles für sie tat.

Er kaufte ihr 1857 das Chateau de Pontchartrain das sie nach ihren Wünschen und mit seinem Geld umbauen ließ.


Sie ließ sich das Hotel "De La Paiva" in Paris an der Champs-Elysee bauendas 1866 fertiggestellt wurde und empfing dort hochrangige Persönlichkeiten.


Bis 1871 war sie "nur" die Geliebte doch als sie die Annulierung ihrer Ehe am 16.08.1871 erhielt heiratete sie zwei Monate später Guido von Henckel-Donnersmark.

Nun hatte das arme Mädchen aus dem Moskauer Ghetto alles erreicht.

Das Hochzeitsgeschenk ihres Mannes war ein dreireihiges Perllencollier das einst Kaiserin Eugenie von Frankreich gehörte.

Dieses Perlencollier war eines der kostbarsten Stücke die die Kaiserin besaß und selbst zu ihrer Hochzeit mit Napoleon III. bekam.

Es bestand aus drei Reihen Perlen, der erste Strang enthielt 35 Perlen von 1.130 grains, der zweite Strang 39 Perlen von 1.408 grains und der dritte und längste Strang 47 Perlen mit 1.724 grains. Alles in allem 121 Perlen mit einem Gewicht von 4.262 grains.

Kaiserin Eugenie

Es könnte möglich sein das es sich um die Perlen in obigen Bild handeln denn Eugenie besaß eine Menge Perlenketten.

Nach dem Tod der Paiva verkaufte der Graf das Perlencollier 1889 an den Pariser Juwelier Kramer, nicht aus Geldmangel sondern der Erinnerungen wegen.
Er bekam damals 500.000 France.
Der Juwelier fertigte aus den Ketten mehrere einzelne und so verliert sich leider die Spur der Perlen der Kaiserin Eugenie.

Weitere wunderbare Juwelen der Paiva...

Die Donnersmark Diamanten


Der kissenförmige Fancy intensiv gelbe Diamant mit einem Gewicht von 102,54 Karat; der birnenförmige extravagante, intensiv gelbe Diamant mit einem Gewicht von 82,47 Karat.

Die Steine konnten in einem Anhänger, oder Brosche getragen werden.
Die Paiva ließ einen Stein in eine Diamant Tiara einbringen.


Und hier sehen wir auch die dreireihige Perlenkette der Kaiserin Eugenie.


Die beiden Diamanten gingen dann auf die zweite Frau des Grafen über und blieben bis 2007 in der Familie.
Im Mai 2007 wurden sie bei Sotherby zum ersten mal versteigert.
Im November 2017 wurden sie abermals bei Sotherbys für 11.664,04 Euro angeboten und nicht versteigert.

Smaragdcollier

Dieses wunderschöne Collier mit Smaragden und Diamanten ist auch in Aufzeichnungen von Boucheron vertreten.

Ob es auch ein Geschenk ihres Mannes war ist nicht klar.

15 rechteckig geschliffene Smaragde, getrennt durch Diamanten in 18 Karat Gold montiert.

Die Länge beträgt 39 cm.
Das Collier wurde 2007 für 1.845,319 Dollar verkauft.

Weiter Schmuckstück die bereits der "La Paiva" gehörten sind auch in den Aufzeichnungen von Boucheron:


- Kleeblattbrosche mit 3 Smaragden und Brillant im Zentrum (evtl eine Brosche die auch als Armbandoberteil getragen wurde, 2 Smaragde von 144ct+59ct) 

- Smaragdbrosche mit Brillantkranz - achteckiger Smaragd, 31,17 Karat, von Altschliff-Diamanten umgeben, montiert in Silber und Gold, um 1880, 4,3 cm lang (2007 für 311.872 $ versteigert)



- Anhänger mit großem Saphir und 2 kl. Brillanten

- Ohrboutons mit großen Saphiren-28ct und 30ct - und Brillanten - 

- Brosche Stiefmütterchen mit Saphiren, Brillanten und 2 Blättern

- Epingle mit Saphir

- Armband mit Saphir

- Tulpe mit Saphir

- Türkisbrosche mit 12 Brillanten

- Ohrboutons mit Türkisen und Brillanten

- Anhänger "Talismann" mit Türkis und Brillanten

- große Applikation mit großen Brillanten und großem Saphir im Zentrum und kalibrierten Rubinen

- Brosche Stil Louis XVI mit Rubinen und großen Brillanten

- Rivière mit abwechselnden Rubinen und Brillanten

- Ohrboutons mit Rubinen und Brillanten

- Tulpe mit Brillanten und Rubinen

- Agraffe mit Brillanten und Rubinen

- kleine Brosche mit Kirschmotiv - Rubine und Brillanten

- Opalbrosche doppelt karmoisiert mit Opalanhänger doppelt karmoisiert

- Stabbrosche mit Saphir und Brillanten und Girlande




Esther Lachmann, Gräfin Henckel von Donnersmarck, starb am 21. Januar 1884 im Alter von 64 Jahren auf Schloss Neudeck.

Das Paar hatte keine Kinder.

Der Legende nach soll ihr Ehemann ihren Körper in Einbalsamierungsflüssigkeit auf einem Dachboden in Schloss Neudeck aufbewahrt haben. 

Er wurde Berichten zufolge später von seiner zweiten Frau Katharina Slepzóv (1862-1929) entdeckt.

Über seine zweite Frau weiß man nicht viel

Katharina Slepzov geb. am 16.02.1862 in St. Petersburg; gestorben 10.02.1929 in Koslowagora, war die Tochter des russischen Staatsrat Wassili Alexandrowitsch Slepzow.

Sie heiratete am 11.05.1887 in Wiesbaden Guido von Henkel Donnersmark.


Mit der über 30 Jahren jüngeren Russin Katharina hatte Guido 2 Kinder:

Guido Otto Karl Lazarus Graf Henckel Fürst von Donnersmarck (23.05.1888, Berlin-23.12.1959, Rottach-Egern);

Kraft Raul Paul Alfred Ludwig Guido Graf Henckel von Donnersmarck (12.03.1890, Berlin-01.09.1977, Rottach-Egern am Tegernsee) 

Auch sie bekam wunderschöne Schmuckstücke ihres Mannes.

Die Wasserfall Tiara



Die Tiara fertigte Chaumet im Auftrag von Guido Henckel Donnersmark an.

Im Jahr 1908 fertigte Cartier eine fast gleiche Wasserfalltiara an die für die Grossfürstin Wladimir von Russland war.


Großfürstin Wladimir

Doch die beiden Tiaras unterscheiden sich unter anderem in der Form einiger Diamanten.

Smaragd Tiara
Diese Tiara ist etwas besonderes.

Als diese Tiara erstmals am 15.11.1979 bei Sotherbys in Zürich versteigert wurde hieß in den Fußnoten des Kataloges das die 11 birnenförmigen Smaragdtropfen mit den französischen Kronjuwelen verband sind.

In Paris 1887, siebzehn Jahre nach dem Sturz der Monarchie, verkaufte die französische Regierung die Kronjuwelen bei einer öffentlichen Versteigerung. 

Trotz der Tatsache, dass Kaiserin Eugénie Smaragde verehrte, gab es im illustrierten Verkaufskatalog nur sehr wenige Schmuckstücke mit Smaragden und keine mit Steinen besetzt, die den birnenförmigen Tropfen dieser Tiara ähnelten. 



Im Jahr 1872 allerdings umfasste der Verkauf der privaten Schmucksammlung der Kaiserin Eugénie 25 polierte Smaragdtropfen. 

Eine kommentierte Kopie des Verkaufskatalogs wird im Victoria & Albert Museum in London aufbewahrt, wo der Käufer jedes Loses identifiziert kann. 

1872 allerdings kaufte niemand diese Smaragdtropfen.

Wo sie die ganze zeit blieben ist nicht überliefert

Wie nun die Tropfen und die "Tiara" zusammenkamen ist leider nicht bekannt.



Allerdings hatte Guido Henckel Donnersmark ja schon einmal über zwei Agenten Perlen von Kaiserin Eugenie gekauft.

Vielleicht ist es hier auch irgendwie der Fall. Oder Zufall?

Zumindest sind die Smaragdtropfen abnehmbar.



Und die Tiara verwandelt sich in ein Bandeau.

Man könnte viel Spekulieren und eine Menge an Möglichkeiten finden.
Doch erfahren werden wir es wohl nie.



Die Tiara wurde am 17.05.2011 von Sothebys angeboten und von einem Privatmann für fast 12 Millionen Euro ersteigert.



Nochmal Perlen...


Kaiserin Eugenie

Auch diese große Perlenkette gehörte Kaiserin Eugenie.


Als Eugenie durch internationale Händler ihren Schmuck 1872 versteigern ließ könnte auch diese Kette dazu gehört haben.


Hier trägt die La Paiva mehrere Perlenketten die wahrscheinlich aus dem 3 Reihigen Collier bestehen und wahrscheinlich noch eine Perlenkette der Kaiserin Eugenie allerdings ohne die angehängten Perlen.


Auf diesen Bildern sehen wir die zweite Frau, Katharina, beim tragen der Perlen.


Was wir noch beobachten können ist bei den Bildern, dass  Kaiserin Eugenie mehr Perlen an ihrer Kette trägt als Katharina.

Und beim genauen hinsehen erkennt man in der Spitze der Diamanttiara eine große Perle.


Interessant ist das die Tiara beim Tragen auf dem Kopf diese eine Perle enthält.

Ich denke das es sich um eine Anhängerperle handeln könnte

Hergestellt wurde sie von Boucheron und sie kann auch umgekehrt als Halsschmuck getragen werden.

In dieser Version befinden sich an der Spitze 3 Perlen, weiß, schwarz, weiss.


Also können auch hier wieder Teile abgenommen und umgeändert werden.

Mir gefällt die Halsschmuckversion fast besser als die Tiaraversion.

Allerdings könnte ich es mir sehr starr und unangenehm vorstellen sie am nackten Hals zu tragen. 

Um ein hochgeschlossenes Kleid allerdings war es bestimmt angenehm und ein echter Hingucker.

Über eine weiter Tiara im Hause Donnersmark wissen wir auch leider nicht viel.


Sie wurde 2007 bei Sotherbys angeboten und versteigert an Privat für 112.000 Euro.

Datiert wird sie auf ca. 1905.

Die Runden Element sind herausnehmbar und als Brosche zu benutzen.

Der untere Rand mit den 7 Diamanten lässt sich abnehmen und kann z. B. als Halsband benutzt werden.

Ob sie zu den Juwelen von Guido Henkel zu zahlen ist ist leider nicht bekannt.

Wahrscheinlich gehört sie zu einer anderen Linie der Donnersmark.

Das sind die bekannten Juwelen von Donnersmark, vieleicht kommen ja noch einige mehr an Tageslicht um dann schnell wieder zu verschwinden.

Und wer sagt"Huch deer Name Henkel von Donnersmark kommt mir bekannt vor", der hat recht.

Florian Henkel von Donnersmark gewann 2007 einen Oskar für seinen Film "Das Leben der anderen".



Allerdings stammt er aus einer anderen Linie der Donnersmark ab.


Quelle: Wikipedia, Google, Sotherbys, Youtube,...

Sonntag, 25. März 2018

Sandringham House



Der Landsitz Sandringham House, in der Nähe des Dorfes Sandringham bei Dersingham in der Grafschaft Norfolk, ist Privatbesitz der königlichen Familie und ist nicht Teil des Crown State.
Zu dem Besitz gehören 32 km² umliegendes Land.
Weitere Anwesen auf dem Gelände sind York Cottage und Amner Hall.
Die offizielle Bezeichnung für den Gesamtbezitz aus Land und Gebäuden ist Sandringham Estate.

Das Gebäude war bereits seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bewohnt.

Der Architekt Cornish Henley ließ das Gelände 1771 räumen und baute Sandringham Hall.

Während des 19. Jahrhunderts war das Anwesen im Besitz von Charles Spencer Cowper, dem Stiefsohn des Premierminister Viscount Palmerston.


In seinem Auftrag erweiterte der Architekt Samuel Sanders Teulon das Gebäude um einen Vorbau und einen Wintergarten.

1862 kaufte Königin Victoria das Anwesen als Wohnsitzt
für ihren Sohn, den Prinz von Wales, später König Eduard VII.und seiner Frau Alexandra von Dänemark.


Es erwies sich jedoch als zu klein für die Bedürfnisse des Thronfolgers und wurde abgerissen und vollständig neu errichtet.

Das vorherige Haus das abgerissen wurde.

Das neue Schloss aus roten Ziegelsteinen wurde 1870 fertiggestellt und blieb bis heute im Wesentlichen unverändert. Die Architektur ist nicht besonders bemerkenswert, doch technisch gesehen war das Haus seiner Zeit voraus, denn es besaß Gasbeleuchtung, Toiletten mit fließendem Wasser und sogar eine Frühform einer Dusche. Ein Teil des Gebäudes brannte 1891 während der Vorbereitungen zum 50. Geburtstag von Prinz Eduard nieder, wurde aber später wieder aufgebaut.


Die königliche Familie, inklusive der Königin, bewohnt das Anwesen heute noch jeweils von Weihnachten bis etwa Ende Januar.




Königin Alexandra, ihr Sohn George V. und ihr Enkel George VI.  starben alle in Sandringham House.

Grundriss der unteren Etage...




Jedes Jahr zu Weihnachten trifft sich dort die gesamte Familie und bleibt mindestens 1 Monat.

Ein kleiner Einblick in Sandringham





Wie oben schon bemerkt gehören zu dem Gelände noch die beiden Häuser York Cottage und Amner Hall.

York Cottage


Das York Cottage leitet sich vom späteren König George V. ab, der das Gebäude als Duke of York von seinem Vater als Geschenk zur Hochzeit erhielt und es mit seiner Familie 33 Jahre lang bewohnte.



Das Haus war der Geburtsort mehrerer Mitglieder der Königsfamilie und dient heute der Verwaltung des Anwesens als Bürogebäude und für Dienstwohnungen.

Königin Victoria erwarb ja das Gelände für ihren Sohn, dem Thronfolger Albert Eduard. 
Dieser ließ das alte Haus abreißen und baute das heutige Sandringham bis 1870.

Allerdings erwies sich auch dieses Haus zu klein für die zahlreichen Übernachtungsgäste und so ließ der Prinz später in den 1870er Jahren eine viertel Meile vom Haupthaus entfernt ein Gästehaus errichten.

Dieses Gebäude erhielt zunächst die Bezeichnung Bachelor´s Cottage und orientierte sich stilistisch ebenfalls am Tudorstil, wobei bei diesem eher kleinen Haus die Schmuckelemente zurückhaltender ausfielen.

York Cottage 1893
1897

1897

Nach der Hochzeit des Duke of York mit Mary von Teck im Jahr 1893 erhielt das Brautpaar das Landhaus als Geschenk, das seither die Bezeichnung York Cottage trägt. 

Nachdem das Paar hier seine Flitterwochen verbracht hatte, nutzen sie das Haus fortan regelmäßig als Landsitz. Fünf der sechs Kinder des Paares kamen hier zur Welt: Albert, der spätere George VI., Mary, Henry, George und John.
Auch nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1911 bevorzugte Georg V. bei seinen Aufenthalten in Sandringham das kleine York Cottage und überließ das große Haupthaus seiner Mutter Königin Alexandrs.

Heute dient York Cottage der Verwaltung von Sandringham. Hier ist die Telefonzentrale des Anwesens untergebracht und einige Zimmer dienen als Dienstwohnungen für die Angestellten. Das Haus kann von der Öffentlichkeit nicht besichtigt werden.

Amner Hall


Amner Hall ist neben Sandringham und York Cottage das dritte Haus auf dem Gelände.



Amner Hall wurde im 18. Jahrhundert im sogenannten georgianischen Stil in unmittelbare Nähe zur Ortschaft Amner erbaut.

Teile des Gebäudes stammen vermutlich bereits aus dem 17. Jahrhundert.

Seit mindestens 1705 saß hier die Familie Coldham, bevor das Anwesen 1896 an den Prinzen von Wales, Eduard VII., verkauft und Anmer Hall Teil von Sandringham Estate wurde.

In den darauf folgenden Jahren wurde Anmer Hall Privatsitz des John Loader Maffey, 1. Baron Rugby (1877–1969).

Seine Tochter Penelope (1910–2005) war mit der Königsfamilie befreundet und angeblich eine Favoritin von König George V.



Kurz darauf wurde das Anwesen bis 1990 von Queen Elisabeth an Prince Edward, Duke of Kent, und die Herzogin von Kent, vermietet, die das Anwesen 18 Jahre als Landhaus nutzten. 

Nachdem Sie das Anwesen verließen, wurde es 10 Jahre durch den Unternehmer Hugh van Cutsem und seiner Familie angemietet. Zuletzt bewohnte die Familie Everett das Objekt, bis die Queen das Anwesen anlässlich der Ehe zwischen William und seiner Braut Catherine 2011 zu deren Hochzeitsgeschenk machte.

In den ersten Jahren ihrer Ehe wohnten William und Kate ständig auf Amner Hall.

Erst 2017 zogen sie ganz in den Kensington Palast und nutzen Amner Hall als Wochenendsitz.


Quelle; Wikipedia, Google, You Tube,...