Freitag, 25. Dezember 2015

Brunswick Tiara


Die Brunswick Tiara zierte einst das Haupt von Kaiserin Josephine, Frau von Kaiser Napoleon I. Auffallend sind hier die drei großen Diamanten in der Mitte und dem Lorbeerkranz oben.

Kaiserin Josephine
Leider ist mir der Juwelier im Moment nicht bekannt.
Irgendwann verließ diese Tiara Frankreich und kam nach Deutschland zu dem sächsischen Hofjuwelier Moritz Elimeyer in Dresden.
Im Jahre 1913, die Tiara war immer noch bei Juwelier Elimyer, stand eine große Royale Hochzeit an. Victoria Luise von Preußen verlobte sich mit Prinz Ernst August III. von Hannover Herzog von Braunschweig, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, Prinz von Hannover,  am 11. Februar 1913.
Prinzessin Viktoria Luise Adelheid Mathilde Charlotte von Preußen, Herzogin zu Braunschweig-Lüneburg, Prinzessin von Hannover, Prinzessin von Großbritannien und Irland (* 13.September 1892 im Marmorpalais zu Potsdam; † 11. Dezember 1980 in Hannover), war siebtes und jüngstes Kind sowie einzige Tochter Kaiserin Auguste Viktorias und Kaiser Wilhelms II.


Die Heirat am 24. Mai 1913 mit dem jüngsten Sohn des Kronprinzen von Hannover und Herzogs von Cumberland Ernst August bedeutete das Ende des seit 1866 bestehenden Konflikts zwischen hannoverschen Welfen und Hohenzollern. Dadurch fiel der Braunschweiger Herzogthron wieder an die Welfen.

Victoria Luise und Ernst August/Victoria trägt ihr Hochzeitsgeschenk

Das Paar hatte 5 gemeinsame Kinder
  • ·         Ernst August IV. (* 18. März 1914; † 9. Dezember 1987)
  • ·         Georg Wilhelm Ernst August Friedrich Axel (* 25. März 1915; † 8.      Januar 2006)
  • ·         Friederike (Fred) Luise Tyra Victoria Margarete Sophie Olga Cecillie Isabella Christa (* 18. April 1917; † 6. Februar 1981) ∞Paul, König von Griechenland
  • ·         Christian Oskar Ernst August Wilhelm Viktor Georg (* 1. September 1919; † 10. Dezember 1981)
  • ·         Welf Heinrich Ernst August Georg Christian Berthold Friedrich Wilhelm Louis Ferdinand (* 11. März 1923; † 12. Juli 1998)

Viktoria Luises einzige Tochter Friederike heiratete am 9. Januar 1938 in Athen Kronprinz Paul von Griechenland und wurde später Königin von Griechenland.
Zu Viktoria Luises Enkeln zählen Königin Sophia von Spanien, Ex-König Konstantin II. von Griechenland und Ernst August V. Prinz von Hannover
Die Hochzeit war eines der letzten Großereignisse im gesellschaftlichen Leben des europäischen Hochadels vor dem Ersten Weltkrieg; der Einzug des Paares in Braunschweig 1913 wurde umjubelt. Die Regentschaft war jedoch kurz und endete mit der Abdankung des Ehemanns am 8. November 1918. Damit endete auch die Monarchie im Herzogtum Braunschweig. Bedeutende weitere Stationen nach dem Ersten Weltkrieg waren die Flucht aus Braunschweig, das Exil im oberösterreichischen Gmunden, die Rückkehr nach Blankenburg im Harz und schließlich die Flucht 1945 nach Schloss Marienburg bei Hannover.
Nach dem Tod des Ehemanns kam es 1954 zum Konflikt mit ihrem Sohn Ernst August. Dabei ging es vor allem um die Apanage der Herzogin. Zum anderen wünschte Herzog Ernst August (IV.), seine Mutter möge sich entsprechend den Gepflogenheiten des Welfenhauses endgültig aus dem öffentlichen Leben zurückziehen und diese Tätigkeit dem jungen Herzogpaar überlassen, was seine energische und populäre Mutter nicht wollte. Sie blieb aktiv in vielen karitativen Vereinigungen sowie im Victoria-Luise-Frauenbund, verließ das Schloss im Dezember 1956 und zog in ein ihr vom „Braunschweiger Freundeskreis“ im Braunschweiger Ortsteil Riddagshausen zur Verfügung gestelltes Haus. Mit Rückhalt dieses Kreises war Viktoria Luise bis ins hohe Alter in zahlreichen Initiativen zur heimatlichen Traditionspflege tätig. 1965–1974 gelangte sie mit sieben Büchern über ihr Leben letztmals ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Im Herbst 1980 zog sie in ein Stift in Hannover.
Ihr Leichnam wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung vor dem Welfenmausoleum im Berggarten in Hannover-Herrenhausen an der Seite ihres 1953 verstorbenen Mannes beigesetzt.
Doch zurück zum Jahr 1913.
Der herzogliche Staatsminister von Braunschweig Adolf Hartwieg (gestorben 1914) hinterließ in seinen Tagebuchaufzeichnungen auch wie er zu der Tiara von Kaiserin Josephine kam.
Hartwieg war schon immer ein ausgeprägter Anhänger der traditionellen Dynastie und er überlegte welche Hochzeitsgeschenke für diese Hochzeit passend wären.
Hartwieg berief mehrere Konferenzen ein um über angemessene Hochzeitsgeschenke zu diskutieren und Meinungen einzuholen.
Unter ihnen war Prinz Heinrich XXX. Reuß. Er wüsste um die Möglichkeit eine standesgemäße Tiara zu erwerben da die Zeit zu kurz war um noch eine neue Tiara herzustellen.
Hartwieg nahm diesen Vorschlag an und trat in regen Briefverkehr mit Elimeyer.
Der Briefwechsel so wie der Kauf der Tiara ist in den nationalen Archiven aufbewahrt und enthält viele Wichtige Informationen z. B. über den Kaufpreis der Tiara. Leider ist dieser Preis uns nicht bekannt.


Es ist nur bekannt das zwei der drei großen Diamanten fehlten. Auf die Frage hin was mit den Diamanten geschehen sei bekam Hartwig nur die Antwort das er noch nicht dazu kam die Diamanten zu ersetzten.  Die Frage stellt sich nun wo sind diese Diamanten? Fehlten sie schon als die Tiara zu Elimeyer?
Hartwieg erwarb die Tiara, mit Genehmigung vom 04. März 1913 des braunschweigerischen Landtages, durch Staatsmittel. Der Vorschlag um den Kauf war einstimmig angenommen worden.
Hartwieg störte sich nicht weiter daran den er hatte vor die Tiara von Braunschweiger Juwelieren säubern und restaurieren zu lassen.
Der Vorstand der Juwelier Gilde, Meister Carl Grieß und der Sekretär Ernst Wurm boten ihre Dienste an und schauten sich nach einem passenden Juwelier um. Die Wahl fiel auf Hermann Jürgens.
Juwelier Jürgens war sofort in der Lage die fehlenden Diamanten zu besorgen.
Nach Fertigstellung des Diadems wurde die Tiara im Museum von P.J. Meier, das heutige Anton Ulrich Museum, ausgestellt. Es wurde Tag und Nacht bewacht und zog viele Leute an die neugierig waren was aus ihren Staatsgeldern hergestellt wurde.
Deshalb auch der Name „Brunswick, Braunschweig. Seit 1573 nachgewiesen, handelt es sich um eine verunglückte hochdeutsche Übertragung des mittelniederdeutschen Brunswiek.

Am 23. 05.1913, einen Abend vor der Hochzeit, schrieb Hartwieg in sein Tagebuch:
„… morgens Präsentation des Geschenkes mit meiner Rede die gut angenommen wurde. Das Diadem machte sie sehr glücklich. Die Prinzessin und die Kaiserin waren sehr erfreut…
Abends: Gala Opera, Lohengrin. 1. Akt – ich hatte einen ziemlich privilegierten Platz neben der fürstlichen Loge, Kaiserin und Prinzessin waren ziemlich gnädig, Prinz wieder sehr wortkarg…der Kaiser sagte mir, das er froh war das es endlich soweit ist. Ich wurde Herzogin Thyra vorgestellt, sie war sehr freundlich. Der Herzog war nicht da, er fühlte sich unwohl… Gespräche mit dem König von England, dem Großherzog und der Großherzogin von Hessen, der Reichskanzler und unser Lord…“
Die Zeitungen veröffentlichen Hartwiegs Rede:
„ … Königliche Hoheit weiß um die außergewöhnlichen Freude, dass die Ankündigung ihrer Verlobung geweckt hat, sowohl das Herzogtum Braunschweig und der Hauptversammlung der Länder können wir überzeugt sein das die Thronbesteigung nicht mehr lange dauern wird. Unsere Wünsche werden erfüllt und unsere Zukunft ist gesichert.
Die herzogliche Regierung und die Mitgliederversammlung des Landes Braunschweig und deren Vertreter haben einstimmig beschlossen Königliche Hoheit ein Hochzeitsgeschenk anzubieten.
Es ist in erster Linie für ihre Königliche Hoheit und wir hoffen dass es seiner Königlichen Hoheit auch gefällt.
Wir freuen uns über den Gedanken dass die Tiara unsere Herzogin von Brunswick zu den Feierlichkeiten zieren wird.
Wir bitten Königliche Hoheit gehorsamst dieses Geschenk als Ausdruck der Liebe und Bewunderung aller Einwohner von Braunschweig zu akzeptieren.“
Nach Angaben der Zeitung waren Braut und Bräutigam sichtlich bewegt und entzückt.
Die junge Braut trug die Tiara bereits am Mittagessen des 23. 06. In der Familie und Abends bei der Gala Oper.
Victoria Luise war so entzückt über dieses Geschenk das sie es ihr Leben lang gerne trug.

Victoria Luise

Nach ihrem Tod im Jahr 1980 blieb die Tiara in Familienbesitz.

Victoria Luise in späteren Jahren
Gesehen hat man sie dann erst 2004, es wurde schon befürchtet das sie verkauft oder abgegeben wurde (ein Diadem von Victoria Luise, die preußische Tiara z. B. befindet sich durch Nachfahren in der spanischen Königsfamilie.
Prinzessin Caroline von Monaco, 2. Ehefrau von Ernst August von Hannover trug sie bei der Hochzeit von Prinzessin Mary und Kronprinz Frederik.
Anmerkung: Mehr werde ich von Caroline nicht schreiben oder öffentlich Bilder posten da sie Anwälte in der ganzen Welt hat die gegen Verstöße jeglicher Art vorgehen. Und ich möchte nicht den Zorn der Prinzessin auf mich ziehen.
Über diesen Link könnt ihr sie in der Tiara sehen:

https://www.pinterest.com/pin/426434658437816669/

Quelle: Wikipedia, Google...

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